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Sakralbauten in Braunkohlegebieten

Im Rahmen von Teilprojekt 3 beschäftigt sich Jakob Scheffel in seinem Promotionsprojekt mit dem Thema Sakralbauten in Braunkohleabbaugebieten. In den Regionen Rheinland, Mitteldeutschland und Lausitz wird seit Mitte des 20. Jahrhunderts großflächig Braunkohle im Tagebauverfahren gewonnen. Dabei wird nicht nur massiv in die Topographie eingegriffen, sondern es wird auch die Siedlungsstruktur und mit ihr verbunden die sakrale Landschaft tiefgreifend verändert. Ganze Dörfer und ihre Bewohner werden umgesiedelt, zum Teil in neue Ortschaften. Dies ist für viele Umsiedler ein schmerzhafter Prozess, geht dabei doch der Verlust der alten Heimat und der sozialen Bindungen einher. Mit den alten Dörfern verschwinden auch die Sakralbauten, die als „Ersatzbauten“ in Form von Neubauten in den umgesiedelten Dörfern errichtet werden. Jakob Scheffel untersucht mit seinem Promotionsprojekt aus kunsthistorischer Perspektive diesen Transformationsprozess in Bezug auf die Sakralbauten. Damit soll ein Beitrag zum kulturwissenschaftlichen Verständnis der im Anthropozän geformten Braunkohleregionen in Deutschland geleistet werden.